
Lauterbach.
Mit dem Lustspiel in drei Akten "Alois, wo warst Du heute Nacht?" von Hans
Lellis löste die Theatergruppe des FV "Kickers 09" im vollbesetzten
Gemeindehaus frenetische Beifallstürme aus. Die Rollen schienen den teils
mehrfach erprobten Laienspielern auf den Leib geschrieben.
Mit Hannes Buchholz in der Rolle des Protagonisten Alois Rieger, Bauer vom
Riegerhof und seiner Dienstmagd Urschl, gespielt von Britta Schondelmaier
konnten zwei Darsteller bereits ihr zehntes Bühnen-Jubiläum feiern. Bei dem
urig eingefädelten, reichlich verstrickten Lustspiel wuchsen die
talentierten Darsteller gelegentlich über sich hinaus.
Wiederholt brandete Szenenapplaus auf. Als der Bauer Alois Rieger (Hannes
Buchholz "ich habe dich an meiner Vaterbrust großgezogen") nach einem
nächtlichen Besuch mit seinem Freund und Bürgermeister Brunner (Ralf
Schlögel "du bist oben ohne, bestimmt eine scharfe Bohne") in der Bar "Zum
roten Kater" erst gegen Morgen heimkehrte und als "Mitbringsel" die
attraktive Schauspielerin Lilly "Marleen" (Tina Broghammer) mit nach Hause
bringt und einquartiert, geriet die urige Hofidylle gehörig durcheinander.
Die resolute Ehefrau Cilli (Carmen Moosmann "wenn man mit der Schnauze im
Dreck steckt, mault man nicht") fällt aus allen Wolken. Der an
eingeschränktem Erinnerungsvermögen leidende Bauer erklärt Lilly zu der aus
Kanada erwarteten Schwiegertochter Bessy (Kristina Schondelmaier). Der
Altknecht Florian (Berthold Laufer "diese Theaterhexe passt nicht auf den
Hof") hegt zwar Zweifel, spielt die Geschichte aber trotzdem mit, wie auch
Lilly, die sich sehr gekonnt mehr und mehr für den Hof interessiert.
Sie weiß schließlich, dass sich der zweite Sohn des Hofes Martl (Andy
Broghammer) als Hoferbe in Szene bringen wird und sich für sie interessiert.
Als schließlich der erste Sohn des Hofes Toni (Tobias Fehrenbacher) mit der
echten Schwiegertochter Bessy aus Kanada eintreffen, wird deren angeblicher
kanadischer Bazillus zum alles durcheinander wirbelnden Tohuwabohu, zumal
sich selbst auch die Dienstmagd Urschl (Britta Schondelmaier "welche Farbe
muss der Kuchen haben, schwarz ist er schon") sich ihrer Schönheit durchaus
bewusst ist. Als dann die Ehefrau des Bürgermeisters Afra (Manuela
Fehrenbacher "es war des Herrgott schwärzester Tag, als er die Männer
schuf") reichlich mit Alkohol gedopt und Keule schwingend zur Tat schreiten
wollte, schien das Geschehen auf der Bühne auf dramatische Art und Weise zu
eskalieren.
Doch die turbulente Geschichte erfüllte sich, nicht ganz unerwartet, für
alle im Saal in einem glücklichen Happy End. Wollte man die
schauspielerische Leistung einzelner Darsteller besonders hervorheben, liefe
man Gefahr, die großartigen Auftritte der übrigen Darsteller zu schmälern.
Im Hintergrund fungierten Romina Bühler und Ines Hug als Souffleuse, Miriam
Schelb und Karin Roming (Maske), Christian Dreyer (Technik) sowie als
Regisseur Berthold Laufer, der auch für die gesamte Organisation zuständig
war. Die Aufführung wird am 5. Januar 2013 um 19 Uhr im Gasthof "Adler"
Fohrenbühl wiederholt. |